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Diedorf

In dem 1085 erstmals urkundlich nachweisbaren Diedorf gelangten Güter aus dem ursprünglich bischöflichen Besitz in verschiedene Hände:

Das Augsburger Domkapitel, das Augustiner-Chorherrenstift St. Georg, Adelige und Augsburger Bürger werden als Grundherren genannt. Durch die Aufdeckung und Wiederherstellung einer mittelalterlichen Gruft in jüngerer Zeit wurde der Nachweis erbracht, dass schon im 8. Jahrhundert Angehörige einer gehobenen sozialen Schicht in Diedorf lebten. Nachdem das Dominikanerinnenkloster St. Katharina in Augsburg im Jahre 1264 Diedorfer Besitz erworben hatte, wurde es durch weitere Zukäufe im Laufe der Zeit Haupteigentümer des Ortes. Diedorf war zwar keine selbstständige Pfarrei, besaß aber seit jeher einen eigenen Gottesacker. Um die seit Jahrhunderten währenden Streitigkeiten der Sonntagsgottesdienste wegen mit der für Diedorf zuständigen Pfarrei Anhausen zu beenden, errichtete das Kloster im Jahre 1716 eine Benefiziumsstelle in Diedorf mit einem eigenen Kaplan.

Erst im Jahr 1860 wurde Diedorf eine selbstständige Pfarrei. Die zwischen der Bahnlinie und der Bundesstraße 300 nahe des Anhauser Bachs im Jahre 1766 neu errichtete Kapelle St. Leonhard und Wolfgang stand vorher nicht weit entfernt davon an anderer Stelle. An die ehemalige Diedorfer Ortsherrschaft erinnerte noch eine Inschriftenplatte mit Wappen am alten Diedorfer Pfarrhaus. Das Dorf besaß eine Bräustatt mit Wirtshaus, eine Badstube und von alters her eine Mühle am Anhauser Bach. Mit dem Bau der Eisenbahn (1850 bis 1853) wuchs die Bedeutung Diedorfs als Bahnstation für die umliegenden Orte Anhausen, Hausen, Oggenhof und Willishausen.

Schule 1906
Schule 1906

Anhausen

Lehensträger des erstmals 1067 urkundlich erwähnten Dorfes waren die bischöflichen Kämmerer von Wellenburg, das Domkapitel Augsburg, das im Ort ein Obervogtamt errichtete, und später verschiedene Augsburger Bürger. 

Bis ins 16. Jahrhundert wurde hier die hohe Gerichtsbarkeit ausgeübt: Am Heckenberg stand der Galgen. Der Galgenplatz wurde früher fälschlich als Burgstall angesehen angesehen. Schon seit 1300 sind lang andauernde Streitigkeiten zwischen Diedorf und Anhausen über Weiderechte, besonders aber der sonntäglichen Gottesdienste wegen bezeugt, denn Diedorf gehörte zur Pfarrei Anhausen und besaß bis 1716 keinen eigenen Geistlichen. Die Kapelle unter der früheren Linde an der Bundesstraße 300 zwischen Diedorf und Gessertshausen soll am Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut worden sein. Das vermeintliche Schloss im Unteren Attendorfer Wald sind in Wirklichkeit die Trümmer eines mittelalterlichen Ziegelstadels. Ein kleines Erdwerk im Walde Windach östlich der Ortschaft deutet auf eine frühmittelalterliche Turmstelle oder Landwehr hin. In Anhausen gab es seit jeher eine Bräustatt mit Wirtshaus, eine Mühle und im Mittelalter eine Badstube.

Biburg

Das im Jahre 1178 erstmals urkundlich erwähnte Biburg befand sich schon um diese Zeit als bischöfliches Lehen in den Händen des Augsburger Kollegiatstifts St. Moritz.

Die Biburger Mühle an der Schmutter (auch Schlipsheimer Mühle oder Kreppenmühle genannt) wurde ebenfalls schon 1178 erwähnt. Die Lage an der Straße Augsburg-Günzburg-Ulm (Zoll im Durchgangsverkehr, Postwesen!) brachte der Ortschaft wirtschaftliche Vorteile. Deshalb war sie auch ehedem das größte Dorf unter den jetzt zur Einheitsgemeinde zählenden Ortsteilen. Im Ort saß ein Vogt in einem eigenen "Vogt- oder Zoll- und Schützenhaus", der zugleich Zolleinnehmer war. Am 4. Januar 1516 zog hier Kaiser Maximilian durch. Bei der letzten Schlacht des Dreißigjährigen Krieges am 17. Mai 1648 flackerten bei Biburg noch einmal die Kämpfe zwischen dem sich von Zusmarshausen nach Augsburg zurückziehenden kaiserlich-bairischen Heer und der nachstoßenden schwedisch-französischen Armee auf. Zwischen Biburg und Horgau soll der kaiserliche Feldmarschall Graf von Holzapfel tödlich verwundet worden sein.

Das Biburger Schlösschen (jetzt Forstverwaltung) gehörte in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts dem Augsburger Finanzmann Thomas Claudius Carli. In Biburg lebte auch zeitweise der für die Augsburger Geschichte bedeutsame Bibliograph und Historiker Georg Wilhelm Zapf (1747 bis 1810). Eine Bräustatt und 3 weitere Wirtshäuser fanden früher ihren Unterhalt durch die zahlreichen Fuhrleute und Reisenden. Nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie Augsburg - Ulm im Jahre 1853 nahm der Durchgangsverkehr ständig ab. In der Biburger Kirche hat sich bis heute eine alte Bauweise erhalten, bei der sich der Chor im Erdgeschoss des Turmes befindet. - In den Wäldern nördlich des Ortes wurde im Frühmittelalter Brauneisenerz in Trichtergruben gewonnen.
 

Hausen

Hausen ist es erstmals 1096 urkundlich nachweisbar. Am Ende des 15. Jahrhunderts bestand das Dorf schon aus 10 Anwesen.

Den größten Teil des Ortes mit dem Dorfgericht besaßen die bischöflichen Kämmerer von Wellenburg als Lehen. Über verschiedene Besitzer, u. a. das Domkapitel, den Augsburger Bürger Hans Baumgartner, Hans Langenauer in Deubach, den Feldhauptmann Sebastian Schertlin von Burtenbach, kam Hausen am 31. August 1591 für 14.500 Gulden an das adelige Frauenstift St. Stephan in Augsburg. Dieses errichtete 1776 im Anschluss an die Kapelle auf dem Buschelberg (ehemalige Burgstelle) ein Haus als Hospital mit 12 Pflegeplätzen für arme und gebrechliche Stiftsuntertanen. Für die "Spitaler" wurde am Haus 1786 ein eigener Gottesacker eröffnet. Nach der Säkularisation 1803 wurde das Stiftungskapital an das domkapitelsche Hospital in Dinkelscherben übertragen und dieses Hausener "Altenheim" damit aufgelöst. Hausen besaß ein Wirtshaus und eine große Mühle an der Schmutter.

Oggenhof

Der ehemalige Weiler Oggenhof war im Jahr 1209 Eigentum des Klosters Ursberg, gehörte später zu Hausen und gelangte damit 1591 an das adelige Frauenstift St. Stephan in Augsburg.

Im Jahre 1750 bestand der Ortsteil nur aus einer "Schweizerei" (Bauernhof), einem Wirtshaus und dem Ziegelstadel, der bis in die Zeit nach dem letzten Weltkrieg betrieben wurde und den Namen des Weilers in der ganzen Umgebung bekannt machte.

Willishausen

In dem 1258 erstmals beurkundeten Willishausen war der Besitz sehr zerstückelt.

Im 15. Jahrhundert lag er in den Händen einer Familie von Lichtenstein, gelangte über weitere Besitzer durch Kauf schließlich an das Augsburger Heilig-Geist-Spital und unterstand dabei dessen Obervogtamt in Gabelbach. Kirchliche Rechte kamen über die bischöflichen Kämmerer von Wellenburg an das Kollegiatstift St. Moritz in Augsburg. In der Flur Schenkental im Tälchen westlich der Ortschaft soll ein später abgegangener Hof gestanden haben. Willishausen besaß nur ein Wirtshaus und war um 1750 kleiner als das benachbarte Hausen!

Die Entwicklung der Gemeinde bzw. der Vorgängergemeinden im 20. Jahrhundert

Diedorf und seine Ortsteile standen bis zur Säkularisation (1803) unter kirchlicher Herrschaft:

Diedorf (Kloster St. Katharina, Augsburg), Anhausen (bischöfl. Kämmerer von Wellenburg), Biburg (Kollegiatstift St. Moritz), Hausen (Stift St. Stephan) und Willishausen (Hlg. Geist-Spital). Die Bevölkerung war rein bäuerlich. 1818 wurden Anhausen, Biburg, Diedorf und Willishausen politische Gemeinden.Nach Aufhebung der kirchlichen Grundherrschaftsrechte vergrößerte sich Diedorf rasch. Bestand der Ort um 1800 aus 9 Bauernhöfen, 2 Söldanwesen und 12 Leerhäuslern, so zählte man 1813/14 schon 53 Steuerpflichtige. Mit dem Bau der Eisenbahn (1850 - 1853) bekam Diedorf Bedeutung als Bahnstation für die umliegenden Orte Anhausen, Willishausen, Hausen und Oggenhof. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielten alle Dörfer elektrischen Stromanschluss. Diedorf war bis zum Ende des 2. Weltkrieges überwiegend ein Bauerndorf. Durch den einsetzenden Flüchtlingsstrom ging die Bevölkerungszahl ab 1945 sprunghaft in die Höhe. Zum Teil vor, größtenteils aber nach der Währungsreform 1948 begannen Aussiedler aus dem Osten in Diedorf Eigenheime zu errichten.  Die Neusiedler suchten Arbeitsplätze in der nahen Industriestadt Augsburg.

Die Großstadtnähe lockte auch Einheimische an, die im weiteren Umkreis von Augsburg wohnten. Die Nähe des Arbeitsplatzes, zu jener Zeit noch billiges Bauland sowie die sehr günstige Verkehrsanbindung (Bahnlinie, B 300, B 10) ließen ihnen Diedorf als Wohnort geeignet erscheinen. Diese Aufwärtsentwicklung brachte für die Gemeinde neue Probleme und machte weitere gemeindliche Einrichtungen nötig: Wasserversorgung, Kanalisation, Ausbau der Straßen, Müllabfuhr etc. Die Gebietsreform zum 1. Mai 1978 brachte die Zusammenlegung der einst selbstständigen Gemeinden Diedorf, Anhausen, Biburg und Willishausen (mit Hausen und Oggenhof) zur neuen Gemeinde Diedorf. 1980 belief sich die Einwohnerzahl auf 7098 (Gesamtgemeinde). Etwas abweichend vom amtlichen Ortsteilverzeichnis sprechen wir seit 1978 von den Ortsteilen (Gemeindeteilen) Anhausen, Biburg, Diedorf, Hausen, Kreppen, Lettenbach, Oggenhof und Willishausen. Alle Ortsteile liegen nahe beisammen (Luftlinie 0,8 bis 2,0 km bis zum Mittelpunkt des Kernorts Diedorf). Neben gemeinsamen zentralen Einrichtungen wurde auch das Angebot an gemeindlichen Einrichtungen in den einzelnen Gemeindeteilen erheblich erweitert; so wurden weiter dezentrale Bürgerhäuser und Kindergärten, ein neues dezentrales Feuerwehrhaus und neue dezentral gelagerte Sportstätten geschaffen.

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